Meine ersten Lebens- und Schuljahre verbrachte ich in einem arabischen Land. Mein Umfeld war ausschließlich moslemisch und so auch meine Erziehung und Prägung. Ich besuchte eine Koranschule, lernte Suren aus dem Koran auswendig und war stets bemüht, ein vorbildlicher, frommer Moslem zu sein. Ich wuchs in einer sehr gläubigen Familie auf, bei der das Einhalten des moslemischen Lebensstils oberste Priorität war.
Als wir dann später nach Deutschland auswanderten, versuchte ich auch hier weiter meinen gewohnten Lebensstil beizubehalten. Ich stellte jedoch recht schnell fest, dass der Wechsel in eine völlig andere Kultur nicht gerade förderlich für meine religiösen Absichten war. In der Kleinstadt, in der wir wohnten, gab es nicht einmal eine Moschee und „Glaubensgenossen“ gab es in meiner Umgebung kaum. Über die Ungläubigkeit und Lebensauffassung der Deutschen in meinem Umfeld wunderte ich mich sehr.
Als Allah liebender, überzeugter Moslem, stempelte ich schnell alle Deutschen als Gräuelsünder gegen Gott ab. Ich verband mit dem Wort Christentum die abscheulichste Art sein Leben an den Geboten Allahs vorbei zu führen. Zu dem Zeitpunkt war ich davon überzeugt, dass durch Terrorismus und Selbstmordattentate auch ich Allahs Gunst erwerben konnte. Was sich in meinem Herzen und meinen Gedanken abspielte, teilte ich jedoch niemandem mit, schon gar nicht meiner absolut unpolitisch denkenden Familie.
Ich empfand tiefste Befriedigung beim Ansehen abscheulichster Bilder von Terroranschlägen und Selbstmordattentaten in den Nachrichten. Ich dachte ernsthaft, dass Gott durch solche Taten Freude bereitet wurde. Jedoch lernte ich in während meiner Schulzeit meinen heutigen besten Freund kennen. Seine Familie waren sehr gläubige Christen.
Ich lernte dadurch zwischen Christ sein und Christentum zu unterscheiden. Ich habe viel Zeit als Besucher in der Familie verbracht. Durch einen Freund der Familie und seinen Bericht, wie er zum Glauben gekommen war, fing ich an, ernsthaft über Jesus Christus nachzudenken. Ich verabredete mich mit dem besagten Freund der Familie vier Jahre lang teilweise zwei- bis dreimal wöchentlich und führte stundenlange Gespräche über den Glauben. Da ich diesen jungen Mann sehr mochte, war ich bestrebt, ihn zum Islam zu führen, jedoch ohne Erfolg.
Nach diesen vier Jahren hatte Jesus mein Herz um 180 Grad gedreht. Ich nahm ihn als meinen persönlichen Erlöser an und sagte mich vom Islam los. Und obwohl ich jetzt fast täglich von strenggläubigen Moslems, die meine Geschichte gehört haben, bedroht werde, ich schon etliche Flüge verpasst habe, weil mein arabisches Aussehen stets Aufsehen erregt, ich unter falschem Namen auftreten muss, um meine Familie zu schützen, erlebe ich täglich, was es heißt, unter Gottes Schutz zu stehen und mit ihm durch den Sturm zu gehen. Und täglich bin ich noch überzeugter davon, dass es sich lohnt.
